Konfliktsituationen früher erkennen

Konflikte bestimmen unsere Leben. Entgegen der landläufigen Meinung, sind Konflikte nicht dazu da, vermieden zu werden, sondern ihre Energie sollte konstruktiv verwendet werden. Was bedeutet konstruktiv? Konstruktiv heißt zielführend, ergebnisorientiert und lösungsorientiert. Konstruktivität bedeutet auch Tragfähigkeit. Darauf kann aufgebaut werden.

Konflikte haben meist eine entschleunigende und bremsende Wirkung. Zumindest zunächst. Ein Konflikt kann nach dieser Phase dann auch eine enorme, treibende Kraft entfachen. Regelrecht explosiv sein.

Subjektive oder objektive Wirklichkeit?

Nach einem Konflikt entstehen im ungünstigsten Fall Verlierer und Gewinner, Täter und Opfer. Im besten Fall gibt es nur Gewinner. Klarheit und Orientierung sind entstanden.

Wer entscheidet darüber? Meist unser persönliches, sogenanntes subjektives Erleben. Das  subjektive Erleben ist allerdings für jeden eine objektive Tatsache. Wer sich als Opfer erlebt und tituliert, der schildert seine eigene, erlebte Wirklichkeit. Genau wie jeder andere auch. Insofern bewegen wir uns immer in unserer eigenen Wirklichkeit.

Wie können wir Konflikte früher erkennen?

Die Antwort darauf ist sehr einfach! Durch unsere Bewusstheit. Unsere Achtsamkeit. Diese Haltungen gründen auf Fähigkeiten. Diese können erlernt uns trainiert, also beständig verbessert werden. Unserer Bewusstheit sind keine Grenzen auferlegt. Jeder kann sich mit Gesprächstechniken, Fragetechniken, Grundlagen der Kommunikation und so weiter beschäftigen. Das Internet ist voll davon, frei zugänglich. Es gibt Literatur und Fachleute dafür, Seminare, Webinare, Workshops und vieles mehr.

Habe ich überhaupt Lust darauf?

Wer keine Lust hat Neues zu lernen, der sollte es ehrlicherweise bleiben lassen und mit den Konsequenzen zufrieden weiterleben. Denn echtes Lernen bedeutet, sich zu verändern. Veränderung ist immer auch ein Zugewinn an Erfahrung und dadurch auch einer gewachsenen Bewusstheit.

Viele Menschen beginnen erst ihre Konfliktkultur zu verändern, wenn sie leiden. Das heißt, sie haben einen Konflikt, der sie zu Lösungen zwingt. Es können innere Konflikte sein, mit sich selbst, oder äußere, in die man meistens nicht freiwillig hineingesteuert ist.

Der Umgang mit Konflikten als Lernfeld

Da Konflikte im Leben unvermeidlich sind, ist es von Vorteil, konstruktiv mit diesen umgehen zu können. Ich kann ja nur einbringen, was ich besitze. Das gilt auch für Fähigkeiten. Gleiches erkennt Gleiches. Konflikterfahrene Menschen haben eine geschulte Wahrnehmung, eine „Antenne“ für Konflikte. Auch für solche, die gerade im Entstehen sind. Diese Menschen sind „Gold wert“, im privaten wie im beruflichen Kontext.

Eskalieren oder deeskalieren?

Beide Weisen, mit einem Konflikt umzugehen, sind gleich wertvoll. Leider ist das Bewusstsein davon noch nicht stark ausgeprägt. Meist ist man nur bemüht „sich zu vertragen“ und endlich wieder „friedlich“ zu sein.

Haben sie einmal die klare Luft nach einem starken Gewitter erlebt? Man spricht dann von der reinigenden Kraft. Dasselbe gilt für Konflikte, die eskaliert werden. Allerdings muss von Menschen dann das bewusst hergestellt werden, was Mutter Natur von alleine macht: Klarheit zu schaffen. Weitblick in die neuen Perspektiven, die sich nun auftun.

Menschen, die gut mit Konflikten umgehen können, haben diese Fähigkeiten durch Konflikte gelernt, die sie bewältigt haben. Und zwar auf beide Arten, durch Verstärkung oder Abschwächung. Man kann regelrecht auch mit Konflikten spielen. Konfliktscheue und Konfliktunerfahrene Menschen finden das allerdings weniger lustig. Sie haben Angst davor. „Angst essen Seele auf“ war einmal der Titel eines Films aus den siebziger Jahren. Der Titel drückt eine tiefe Wahrheit aus.

Unterschiede sind von Vorteil

Man sollte im Unternehmen von seinen Mitarbeitern (und natürlich von sich selbst) eine Grundqualifikation in Sachen Konfliktfähigkeit erwarten. Wenn man diese Reife nicht mitbringt, dann kann sie entwickelt werden. Wer sich darauf nicht einlässt, der ist fehl am Platz. Menschen, die sich nicht weiter entwickeln wollen,- die möchte ich in meinem Unternehmen nicht haben. Menschen, die sich weigern einen konstruktiven Beitrag zu einer gesunden Konfliktkultur zu leisten, sind eine Belastung für jedes Unternehmen und können keinen Mehrwert erwirtschaften. Das mag hart klingen, die Erfahrung erzählt aber genau das. Schlimm ist es, wenn diese Unfähigkeiten von Führungskräften oder Chefs verkörpert werden, die eigentlich dem Vorbild verpflichtet sind.

Wie kann ich also Konflikte früher erkennen?

Durch meine Freude am Konflikt und seinen Lösungen. Durch meine Bewusstheit, die Ausdruck meiner Fähigkeiten ist. Denn „heiße“ und „kalte“ Konflikte bergen einen Schatz, dem ich Wert verleihe. Konflikterfahrene Mitarbeiter sind wertvolle Mitarbeiter.

Gerne stehe ich Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.