Monat: Dezember 2017

Teamentwicklung und Verbundenheit

In dem Blogartikel „Die Angst des Managers …“ habe ich geistige Gesetze erwähnt. Das „Gesetz der Einheit“ wird als Verbundenheit gefühlt und gewusst. Man kann nun Verbundenheit nicht bewusst erfahren, ohne seinen anderen Pol, die Getrenntheit, zu kennen. Im Alltag denken wir nicht in diesen Kategorien, sondern geben uns unseren Zielen und Aufgaben hin. Gelegentlich schlafen oder träumen wir auch.

Ich hier, du da.

Im Gefühl des Getrenntseins erleben wir uns klar abgegrenzt von allen anderen Dingen. Da wo ich stehe, kann kein anderer stehen. Ich bin nicht du, denn ich bin hier und du bist da. Nur sehr wenige Menschen fassen den Entschluss, für den Rest ihres Lebens ganz alleine in irgendeiner Höhle oder Klause als Einsiedler zu verbringen. Wissen diese, dass sie ja gar nie alleine sein können? Höchstens einsam. Aber nie alleine.

Alleine geht gar nicht.

Gemeinsamkeit ist eine Vorstufe der Verbundenheit. Darum lieben wir ja auch Teams und Teams lieben sich, in allen Variationen. Paare sagen von sich, dass sie ein wundervolles Team bilden. Sportler sowieso. Selbst die Einzelkämpfer unter ihnen sind dann stolz, dem „Nationalteam“ anzugehören. Wehe wenn nicht! Der Ehrenkodex mancher Teams steht sogar über dem persönlichen Erfolg, mitunter sogar dem eigenen Leben. Das Männerführungsteam der katholischen Kirche, die Mafia, Kampftruppen aller Arten und Nationen. Völker fühlen sich als besonderes Team, eben als Volk. Wir sind eine Nation, wir sind miteinander verbunden durch Merkmale, die wir definieren.

Einsam sterben geht, einsam geboren werden nicht.

Wie man es dreht und wendet, selbst die Ich-gehöre-Niemand-an-Fraktion wird ein Gefühl der Gemeinsamkeit beschleichen, dass sie eint. Denn wir sind alleine nicht überlebensfähig. Wir wären ja nicht einmal geboren worden!

Die Sehnsucht nach Gemeinschaft ist ein Teil unserer Identität, freilich differenziert in all seine Stufungen und Schattierungen. Team braucht Gemeinschaft. Gemeinschaft verbindet. Verbundenheit ist präsent.

Besser, schneller, produktiver, glücklicher.

Schnell, einfach und überzeugend ist das Gewahrsein, dass ein Team, dass sich in positiver Verbundenheit als Team wahrnimmt, zu besseren Leistungen fähig ist, als unter umgekehrten Vorzeichen. „Ich mag dich nicht! Warum soll der oder die dazugehören! Eigentlich …!“ Das lähmt und verringert die angestrebten Ergebnisse.

Verbundenheit weiß.

Verbundenheit ist ein Gefühl, das sich ausdehnt zu einem tiefer gefühlten Wissen, dass es etwas „Größeres“, etwas Geheimnisvolles gibt, das im „Hintergrund“ vorhanden ist und gestaltend wirkt. Dann ist es kein Zufall mehr, wenn etwas so oder so geschieht. Was geschieht, dem liegt ein Sinn zugrunde, der nicht logisch sein muss. Auch nicht nachvollziehbar zu sein braucht.

Verbundenheit akzeptiert.

Menschen mit dem Talent Verbundenheit sind eher bereit, das, was geschieht, als gegebene Größe anzunehmen und damit in positiver Weise weiter zu arbeiten. Das kann sich auf neue Teammitglieder beziehen, genauso aber auch auf das Ausscheiden bestehender Mitglieder. Das Mysterium des Lebens hat es so gewollt und es gibt genügend Gründe für die eine oder die andere Lösung. Verbundenheit akzeptiert das was ist genauso, wie die sich vollziehende Dynamik.

Das Team ist mehr als die Summe seiner Individuen

In dieser Haltung von Offenheit und Bereitschaft kann sich der Einzelne an seinem Platz sicher und gut fühlen. Das ist der Beitrag der Verbundenheit. Wettbewerbsorientierung zum Beispiel würde eine ganz andere Energie und Dynamik in den Raum stellen. Der Mensch mit einem Gefühl von Verbundenheit rechnet damit, dass aus dem Team heraus das Wunder geschehen kann. Er weiß ja, dass das Ganze mehr ist, als die Summe seiner Einzelteile.  Er „rechnet“ mit dem Unsichtbaren als stets verlässliche Größe