Monat: November 2017

Die Angst des Managers vor Esoterik

Beginnen wir einmal damit zwei unbestritten bedeutende Menschen des deutschen Geisteslebens zu zitieren, die wohl kaum im Ruf stehen, irgendwie esoterisch-verwirrtes Gedankengut in die Welt posaunt zu haben. Friedrich Schiller als der zuerst Geborene darf den Anfang machen mit seiner berühmt-berüchtigten Feststellung:

„Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.”

Das wiederum inspirierte wohl Hermann Hesse zu seinem Magister Ludum im „Glasperlenspiel“. Der „Magister Ludum“ ist der Meister des Spiels. Was für ein Titel!

Einige Jahrzehnte später inspiriert es nur noch findige Unternehmer zu einem flächendeckenden Netz an Spielhallen.

Organisationsentwicklung im Leben

Das Spiel des Lebens folgt auch klaren Regeln und Gesetzen. Allerdings nicht simpel linear, sondern rhythmisch und voller Metamorphosen. Eben lebendig . Wer diese Spielregeln kennt, respektiert und beherrscht, ist im Vorteil,- er gestaltet das Spiel. Er gestaltet den Verlauf,- den Prozess und ist mit dem Ergebnis identisch. Er entfaltet sein schöpferisches Potential bewusst.

Changemanagement mit Seitenwechsel

Was geschieht, wenn nicht wir das Leben gestalten, sondern wir vom unbewussten Leben gestaltet werden, mag uns ein bekanntes Beispiel aus dem Sport zeigen.

Im Fußball werden nach einer Halbzeit die Seiten gewechselt, damit es gerecht zugeht. Genau so sollten auch wir in der Halbzeit des Lebens,- und das Leben bietet uns permanent unendlich viele Halbzeiten,- unbedingt die Perspektiven wechseln. Tun wir das nicht, dann schießen wir nur noch Eigentore,- nennen diese dann Midlife-Krisis, ein Burn- oder Boreout. Oder wir laufen aus Unkenntnis andauernd ins Abseits, in den Misserfolg. Die Pleite. Wir kämpfen und rennen immer wieder an, bis wir im besten Fall selbst signalisieren: bitte auswechseln! Im schlimmsten Fall wechselt und das Leben plötzlich aber folgerichtig „einfach aus“. Vermutlich in irgendeine Klinik.

Im Leben bezieht sich diese Unkenntnis auf die großen geistigen Gesetze der Einheit, der Polarität und der Resonanz.

In der Regel tun wir geistige Gesetze als Humbug ab, als unwissenschaftlich. Das haben wir doch hinter uns, den ganzen Aberglauben. Das ist doch nur „esoterisches Zeugs“.

Denn anerkannte Wissenschaft ist nur das, was anerkannte Wissenschaft als wissenschaftlich anerkannt anerkennt!

Heute wird das Wort „esoterisch“ meist nur negativ verwendet, als Synonym für versponnen, weltfremd oder irgendwelche Sekten.

Esoterik (von griechisch ἐσωτερικός esōterikós ‚innerlich‘, ‚dem inneren Bereich zugehörig‘) ist in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs eine philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis zugänglich ist, im Gegensatz zur Exoterik (von ἐξωτερικός „äußerlich“) als allgemein zugänglichem Wissen. Ursprünglich ist der innere, esoterische Kreis für die Wissenden, also der eigentlich wissenschaftliche, und der exoterische äußere Kreis der allgemeinverständliche. Für die praktische Anwendung, für den „unbewussten“ Gebrauch durch die Allgemeinheit. 

Meine Lieblingsesoteriker

Ich selbst benutze z.B. Elektrizität nur exoterisch und bewundere jeden Elektrizitäts-Esoteriker: den Elektriker. Hat er doch Jahre damit verbracht, die Geheimnisse seines Handwerks zu erlernen. Jeder Spezialist, jede Fachkraft, jeder ausgezeichnete Handwerker ist ein Esoteriker. Hoffentlich!

Hurra, die Unternehmensberater sind da!

Heute erleben wir allenthalben, wie Exoteriker einfach mal so ans Werk gehen, ohne sich erst ein klares Verständnis des inneren Wesens von Dingen oder Zusammenhängen errungen zu haben. Es wird munter drauf los angewendet,- denken sie an die ersten Atombombenversuche mit Zuschauertribüne, die Gentechnik, Fracking, oder Produktionsbedingungen allenthalben. Minister haben gelegentlich die Greencard der Esoteriker. Heute Familienminister, morgen Verteidigungsminister, übermorgen Landwirtschaft oder doch lieber für Finanzen?

Okkultisten sind doch alle Freimaurer, oder?

Genauso wird das Wort okkult heute eigentlich nur noch negativ belegt. Okkultismus wird gleichgesetzt mit schwarzer Magie, Verschwörungstheorien und ähnlichem. In der Medizin wird es seiner eigentlichen Bedeutung nach noch angewendet, wenn zur Diagnose z.B. nach „okkultem Blut“ gesucht wird,- okkult heißt einfach verborgen.

Ein Okkultist ist also einfach ein Forscher und Kenner der (zunächst) verborgenen Gesetze und Gesetzmäßigkeiten. Er gehört dem inneren (esoterischen) Kreis an und wendet sein Wissen und Können in der Außenwelt (exoterisch) an.

Mein Steuerberater! Ich wusste es!

Folgerichtig dürften in Deutschland die größten Okkultisten wohl die Steuerberater sein, und die größten Exoteriker diejenigen, die sich diesen Gesetzeswirrwarr ausgedacht haben.

Werde, der du bist.

Es ist die Freiheit des Einzelnen, nach immer größerer Bewusstheit zu streben. Sich auf den Weg zu machen, ein Magister Ludum zu werden. Gibt es ein schöneres Ziel als „spielend spielerisch“ die persönliche Meisterschaft zu verwirklichen?

Menschen mit großer Verantwortung im Beruf, (deswegen sind wir doch alle Manager, mal mehr, mal weniger) sollten einen hohen Anspruch an das Leben stellen. Denn das Leben ist kein Kampf ums Dasein, sondern ein geheimnisvolles und weisheitsvolles Spiel, bei dem am Ende im besten Fall nicht einer gewinnt, sondern alle. Spieler und Publikum. Das nennt man Kooperation. Gemeinschaft. Spielfreude. Spielwitz. Fairplay. Ein Jahrhundertspiel. Ergänzen sie bitte die Aufzählung.

Denn wir sehen uns alle wieder, ständig. Auf der einen Erde. In dem einen Spiel.

Konfliktsituationen früher erkennen

Konflikte bestimmen unsere Leben. Entgegen der landläufigen Meinung, sind Konflikte nicht dazu da, vermieden zu werden, sondern ihre Energie sollte konstruktiv verwendet werden. Was bedeutet konstruktiv? Konstruktiv heißt zielführend, ergebnisorientiert und lösungsorientiert. Konstruktivität bedeutet auch Tragfähigkeit. Darauf kann aufgebaut werden.

Konflikte haben meist eine entschleunigende und bremsende Wirkung. Zumindest zunächst. Ein Konflikt kann nach dieser Phase dann auch eine enorme, treibende Kraft entfachen. Regelrecht explosiv sein.

Subjektive oder objektive Wirklichkeit?

Nach einem Konflikt entstehen im ungünstigsten Fall Verlierer und Gewinner, Täter und Opfer. Im besten Fall gibt es nur Gewinner. Klarheit und Orientierung sind entstanden.

Wer entscheidet darüber? Meist unser persönliches, sogenanntes subjektives Erleben. Das  subjektive Erleben ist allerdings für jeden eine objektive Tatsache. Wer sich als Opfer erlebt und tituliert, der schildert seine eigene, erlebte Wirklichkeit. Genau wie jeder andere auch. Insofern bewegen wir uns immer in unserer eigenen Wirklichkeit.

Wie können wir Konflikte früher erkennen?

Die Antwort darauf ist sehr einfach! Durch unsere Bewusstheit. Unsere Achtsamkeit. Diese Haltungen gründen auf Fähigkeiten. Diese können erlernt uns trainiert, also beständig verbessert werden. Unserer Bewusstheit sind keine Grenzen auferlegt. Jeder kann sich mit Gesprächstechniken, Fragetechniken, Grundlagen der Kommunikation und so weiter beschäftigen. Das Internet ist voll davon, frei zugänglich. Es gibt Literatur und Fachleute dafür, Seminare, Webinare, Workshops und vieles mehr.

Habe ich überhaupt Lust darauf?

Wer keine Lust hat Neues zu lernen, der sollte es ehrlicherweise bleiben lassen und mit den Konsequenzen zufrieden weiterleben. Denn echtes Lernen bedeutet, sich zu verändern. Veränderung ist immer auch ein Zugewinn an Erfahrung und dadurch auch einer gewachsenen Bewusstheit.

Viele Menschen beginnen erst ihre Konfliktkultur zu verändern, wenn sie leiden. Das heißt, sie haben einen Konflikt, der sie zu Lösungen zwingt. Es können innere Konflikte sein, mit sich selbst, oder äußere, in die man meistens nicht freiwillig hineingesteuert ist.

Der Umgang mit Konflikten als Lernfeld

Da Konflikte im Leben unvermeidlich sind, ist es von Vorteil, konstruktiv mit diesen umgehen zu können. Ich kann ja nur einbringen, was ich besitze. Das gilt auch für Fähigkeiten. Gleiches erkennt Gleiches. Konflikterfahrene Menschen haben eine geschulte Wahrnehmung, eine „Antenne“ für Konflikte. Auch für solche, die gerade im Entstehen sind. Diese Menschen sind „Gold wert“, im privaten wie im beruflichen Kontext.

Eskalieren oder deeskalieren?

Beide Weisen, mit einem Konflikt umzugehen, sind gleich wertvoll. Leider ist das Bewusstsein davon noch nicht stark ausgeprägt. Meist ist man nur bemüht „sich zu vertragen“ und endlich wieder „friedlich“ zu sein.

Haben sie einmal die klare Luft nach einem starken Gewitter erlebt? Man spricht dann von der reinigenden Kraft. Dasselbe gilt für Konflikte, die eskaliert werden. Allerdings muss von Menschen dann das bewusst hergestellt werden, was Mutter Natur von alleine macht: Klarheit zu schaffen. Weitblick in die neuen Perspektiven, die sich nun auftun.

Menschen, die gut mit Konflikten umgehen können, haben diese Fähigkeiten durch Konflikte gelernt, die sie bewältigt haben. Und zwar auf beide Arten, durch Verstärkung oder Abschwächung. Man kann regelrecht auch mit Konflikten spielen. Konfliktscheue und Konfliktunerfahrene Menschen finden das allerdings weniger lustig. Sie haben Angst davor. „Angst essen Seele auf“ war einmal der Titel eines Films aus den siebziger Jahren. Der Titel drückt eine tiefe Wahrheit aus.

Unterschiede sind von Vorteil

Man sollte im Unternehmen von seinen Mitarbeitern (und natürlich von sich selbst) eine Grundqualifikation in Sachen Konfliktfähigkeit erwarten. Wenn man diese Reife nicht mitbringt, dann kann sie entwickelt werden. Wer sich darauf nicht einlässt, der ist fehl am Platz. Menschen, die sich nicht weiter entwickeln wollen,- die möchte ich in meinem Unternehmen nicht haben. Menschen, die sich weigern einen konstruktiven Beitrag zu einer gesunden Konfliktkultur zu leisten, sind eine Belastung für jedes Unternehmen und können keinen Mehrwert erwirtschaften. Das mag hart klingen, die Erfahrung erzählt aber genau das. Schlimm ist es, wenn diese Unfähigkeiten von Führungskräften oder Chefs verkörpert werden, die eigentlich dem Vorbild verpflichtet sind.

Wie kann ich also Konflikte früher erkennen?

Durch meine Freude am Konflikt und seinen Lösungen. Durch meine Bewusstheit, die Ausdruck meiner Fähigkeiten ist. Denn „heiße“ und „kalte“ Konflikte bergen einen Schatz, dem ich Wert verleihe. Konflikterfahrene Mitarbeiter sind wertvolle Mitarbeiter.

Gerne stehe ich Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.